Ein Video, das aussieht, als hätte man es aus tausenden kleiner Kunststoffelemente zusammengesetzt, bleibt im Feed hängen. Der Brick-Look, oft als Lego-Pixel-Effekt beschrieben, ist aber kein simpler Filter, den man über fertiges Material legt. Er ist eine vollständige Stilübersetzung: Silhouetten werden zu Rasterflächen, Rundungen zu Stufen, Bewegung zu ruckartigen Modulen. Genau deshalb taugt er hervorragend als Testfeld für kontrollierte KI-Videoproduktion. Wer diesen Look über mehrere Szenen hinweg stabil hält, beherrscht auch die schwierigeren Disziplinen der Stilkontrolle – von der Aquarell-Optik bis zur Retro-Konsolen-Ästhetik.
Dieser Workflow-Guide zeigt, wie du den Pixel-Stein-Look planst, formulierst, produzierst und nachschärfst. Er richtet sich an Creator, Marketing-Teams, Motion-Designer und Produktverantwortliche, die eine wiedererkennbare visuelle Signatur brauchen, ohne dafür ein Studio, ein Kamerateam oder ein wochenlanges Compositing-Projekt aufzusetzen.
Warum der Brick-Look mehr als ein Filter ist
Ein Pixelraster über ein Video zu legen ist eine technische Operation. Einen Steine-Look zu erzeugen ist eine gestalterische Entscheidung. Der Unterschied zeigt sich in drei Punkten.
Erstens: Ein Filter behandelt jedes Pixel gleich. Ein echter Stiltransfer behandelt Bildbereiche unterschiedlich. Eine Figur, die den Bildausschnitt füllt, darf grobere Module bekommen als ein Element im Hintergrund. Wenn das nicht passiert, wirkt das Ergebnis wie eine schlechte Kompression statt wie ein gebautes Modell.
Zweitens: Ein Filter hat keine Lichtlogik. Klemmbausteine haben harte, kleine Glanzlichter auf den Noppen, eine schmale Kantenlichtkante und weiche Schatten in den Fugen. Diese Details entscheiden darüber, ob das Auge Kunststoff oder Matsch erkennt.
Drittens: Ein Filter ist ein Einzeleingriff. Ein Stil ist ein System, das über Szenen hinweg wiedererkennbar bleibt. Genau hier liegt der eigentliche Produktionsaufwand – und genau hier scheitern die meisten Projekte, nicht an der Modellwahl.
Die Kosten-Nutzen-Rechnung
Der Stil bedeutet mehr Arbeit in der Vorbereitung und weniger Arbeit in der Nachbearbeitung. Weil die Bildsprache stark abstrahiert, verzeiht sie fehlende Details. Kein teures Set, kein Lichtsetup, keine Casting-Fragen. Ein einfacher Hintergrund und eine klar lesbare Silhouette reichen, um ein überzeugendes Ergebnis zu erzeugen. Für Teams mit kleinem Budget und hohem Output-Druck ist das ein realistischer Hebel.
Wann der Look die falsche Wahl ist
Der Brick-Look ist kein Allzweckmittel. Für erklärende Inhalte mit kleinen Schriftzügen, für Portraitaufnahmen mit hohem Wiedererkennungswert oder für Produktdetails mit filigraner Oberflächenstruktur ist er ungeeignet. Auch für barrierefreie Inhalte solltest du ihn sparsam einsetzen: Stark abstrahierte Gesichter und Details sind schwerer zu lesen. Wenn ein Video vor allem Vertrauen und Nähe aufbauen soll, ist eine realistische Bildsprache die bessere Wahl.
Die Bildsprache des Pixel-Stein-Looks verstehen
Bevor du den ersten Prompt schreibst, lohnt es sich, den Look in seine Bestandteile zu zerlegen. Vier Regeln beschreiben ihn fast vollständig.
Modulgröße folgt der Motivgröße
Die wichtigste Regel: Module werden im Verhältnis zur Fläche im Bild gedacht. Ein Kopf, der ein Drittel des Bildes einnimmt, wird aus deutlich weniger, dafür größeren Blöcken gebaut als ein Hintergrundobjekt. Wenn du dem Modell diese Relation nicht mitgibst, erzeugt es meist ein gleichmäßiges, zu feines Raster – und der Effekt verpufft.
Praktisch heißt das: Beschreibe in jedem Prompt, welche Bildbereiche grob und welche mittel aufgelöst sein sollen. Formulierungen wie „große orthogonale Blöcke im Vordergrund, feineres Raster in der Tiefe“ wirken zuverlässiger als die Angabe einer Pixelzahl.
Noppen, Kantenlicht und Fugen
Kunststoffbausteine haben eine unverwechselbare Mikro-Optik. Auf jeder sichtbaren Fläche sitzen Noppen mit hartem Specular-Highlight, zwischen den Elementen zieht sich eine schmale Fuge mit weichem Schatten. Beschreibe diese drei Merkmale explizit: sichtbare Noppen, harte kleine Glanzpunkte, weiches Ambient Occlusion in den Fugen. Fehlt eines davon, kippt der Look sofort in Richtung Voxel-Grafik aus alten Spielen.
Farbflächen statt Verläufe
Der Stil lebt von klar getrennten, gesättigten Farbflächen. Verläufe, Pastelltöne und Nebelschleier verwischen die Modulgrenzen. Arbeite mit einer beschränkten Palette – drei bis fünf Hauptfarben pro Szene sind ein guter Richtwert – und trenne sie hart voneinander. Ein leichter Farbstich pro Szene (warm für eine, kühl für die nächste) hilft zusätzlich, Kapitel im Schnitt zu unterscheiden, ohne den Stil zu brechen.
Bewegung als Übersetzung, nicht als Simulation
Der Look verträgt keine komplexe Interaktion. Hände, die etwas greifen, Gesichter, die sprechen, Gegenstände, die durch die Luft fliegen: Alles, was feinmotorische Detailgenauigkeit verlangt, wird bei grober Rasterung unglaubwürdig. Übersetze Bewegung stattdessen in wenige klare Vektoren – Kameraschwenk, Zoom, rotierende Plattform, Einblenden von Modulen. Diese Reduktion ist kein Mangel, sondern die visuelle Grammatik des Genres.
Vorbereitung: Referenzen, Storyboard und Rhythmus
Die meisten misslungenen Brick-Videos scheitern nicht am Werkzeug, sondern an der Planung. Drei Dinge solltest du vor dem ersten Durchlauf klären.
Referenzsets kuratieren
Sammle sechs bis zehn Referenzbilder, die exakt den Ziel-Look zeigen. Entscheidend ist Homogenität: gleiche Lichtrichtung, ähnliche Farbtemperatur, vergleichbare Modulgröße und vergleichbare Detailtiefe. Mische keine Tag- und Nachtaufnahmen, keine Naheinstellungen mit Totalen und keine extrem unterschiedlichen Motivarten. Ein widersprüchliches Set führt dazu, dass das Modell die Unterschiede herausmittelt – der Stil wird beliebig.
Arbeite mit eigenen, lizenzfreien oder selbst gerenderten Referenzen. Fremde Logos, geschützte Figurendesigns und Bildmaterial mit erkennbaren Marken haben im Referenzordner nichts verloren, weder technisch noch rechtlich. Halte das Set zusätzlich nach Szenentyp sortiert: Figuren-Referenzen, Hintergrund-Referenzen, Produkt-Referenzen. So kannst du beim Prompting gezielt mischen, ohne das Grundsystem zu verändern.
Storyboard im Rasterformat
Skizziere bewusst grob. Pro Szene reichen Silhouetten plus eine Notiz, welche Bildbereiche groß, mittel und klein aufgelöst werden. Das klingt pedantisch, spart aber Rechenzeit: Szenen mit klarer Silhouette generieren zuverlässiger als unruhige, detailreiche Kompositionen. Ein weiterer Vorteil: Du erkennst schon im Storyboard, ob zwei aufeinanderfolgende Einstellungen zu ähnlich aussehen, und kannst die Perspektive früh variieren.
Schnittrhythmus und Szenenlänge
Der Stein-Look lebt von kurzen, klaren Schnitten. Zwei bis vier Sekunden pro Einstellung sind meist ideal. Alles darüber wirkt schnell statisch, weil im groben Raster kaum neue Bewegungsinformation entsteht. Plane den Rhythmus deshalb vor der Generierung, nicht im Schnittprogramm. Wer nachträglich merkt, dass die Szenen zu lang sind, muss neu generieren – und verliert die Konsistenz, weil die Clips aus unterschiedlichen Läufen stammen.
Zusätzlich solltest du festlegen, wie viele Szenen du insgesamt brauchst. Richtwert: Für einen 30-Sekunden-Clip mit drei Sekunden pro Einstellung sind es zehn Szenen. Rechne lieber mit zwölf und wirf zwei weg, als mit acht zu planen und am Ende Lücken zu füllen.
Prompt-Design für den Stein-Look
Prompts für Stil-Emulation funktionieren anders als Prompts für Motivbeschreibungen. Du beschreibst nicht nur, was zu sehen ist, sondern wie die Bildsprache konstruiert ist.
Die Grundformel
Eine belastbare Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt: Motiv, Bildausschnitt, Stilmerkmale, Licht, Materialverhalten, technische Parameter. Wichtig ist, dass die Stilmerkmale konkret sind. „Sieht aus wie Spielzeug“ ist zu vage. „Rechteckige Module mit sichtbaren Noppenkanten“ ist verwertbar.
Zwei vollständige Beispielprompts
Beispiel A, Figur im Vordergrund: „Nahaufnahme einer Figur aus rechteckigen Kunststoffmodulen, streng orthogonale Rasterkanten, sichtbare Noppen auf allen Flächen, harte kleine Glanzlichter, weicher Schatten in den Fugen, Studio-Licht von links oben, gesättigte Primärfarben, grobe Blöcke im Vordergrund und feineres Raster im Hintergrund, flache Tiefenschärfe, ruhige Kamerafahrt nach rechts.“
Beispiel B, Produktaufnahme: „Ein einfacher Gegenstand auf einer rechteckigen Plattform, vollständig aus gestapelten Kunststoffelementen aufgebaut, klare Kanten und Stufen, Noppenreihen auf der Oberseite, gerichtetes Licht von schräg hinten, kräftiger Schattenwurf auf neutralem Hintergrund, reduzierte Farbpalette aus zwei Blautönen und einem warmen Akzent, langsame Kameraannäherung.“
Beide Prompts enthalten dieselben fünf Stilanker: Orthogonalität, Noppen, Glanzlichter, Fugen-Schatten, beschränkte Palette. Diese Anker solltest du nie weglassen, egal wie sehr du das Motiv variierst.
Negativlisten stabil halten
Negative Anweisungen sind hier das wichtigste Steuerinstrument. Typische Ausschlüsse: Fotorealismus, weiche Verläufe, Filmkorn, Bewegungsunschärfe, feine Texturen, realistische Haut, glatte Oberflächen, komplexe Hintergrunddetails. Diese Begriffe verhindern den halbrealistischen Hybridlook – das häufigste Problem bei Stiltransfers.
Halte die Negativliste über alle Szenen hinweg identisch. Wenn du sie pro Einstellung anpasst, entstehen sichtbare Stilbrüche. Wenn du unbedingt variieren musst, variiere nur das Motiv und die Kamera, niemals die Stil- und Negativparameter.
Stil-Presets dokumentieren
Schreibe dein Prompt-Grundgerüst einmal in ein Textdokument: Stilanker, Negativliste, Farbregeln, Lichtrichtung. Jede Szene wird daraus abgeleitet. Das klingt bürokratisch, ist aber der einzige Weg, nach einer Pause oder mit einem anderen Teammitglied weiterzuarbeiten, ohne den Look zu verlieren.
Der Produktionsablauf in vier Stationen
Der produktive Ablauf besteht aus vier Schritten. Plane für einen 30-Sekunden-Clip je nach Erfahrung zwei bis fünf Stunden Arbeit, verteilt über mehrere Durchläufe mit Pausen dazwischen. Der Abstand hilft: Nach zehn Minuten Pause fällt die Bewertung deutlich nüchterner aus.
1. Standbilder als Basis
Beginne mit Bildgenerierung, nicht mit Video. Erzeuge pro Szene drei bis fünf Standbildvarianten und wähle die beste aus. Ein Standbild, das den Look exakt trifft, ist die zuverlässigste Steuerungsgrundlage für die folgende Animation. Verwirf großzügig: Wenn Modulgröße, Lichtrichtung oder Silhouette nicht stimmen, wird sich das im Video nicht verbessern, sondern nur teurer korrigieren lassen.
2. Bild-zu-Video mit kontrollierter Bewegung
Animiere die ausgewählten Standbilder mit einer kurzen, klar beschriebenen Bewegung. Bewährte Bewegungsarten sind langsame Kameraschwenks, leichte Zooms, rotierende Präsentationsflächen und das schrittweise Einblenden von Elementen. Vermeide Interaktionen zwischen Figuren, schnelle Kamerafahrten und alles, was Verdeckungen erzeugt – im groben Raster sind Verdeckungen schwer lesbar.
Ein Praxistipp: Halte die Bewegung in einer Richtung. Kamera nach links oder Zoom hinein, nicht beides gleichzeitig. Bei kurzen Clips führt ein einziger klarer Bewegungsvektor zu wesentlich stabileren Ergebnissen als eine Kombination mehrerer Bewegungen.
3. Konsistenz über Szenen halten
Das ist der schwierige Teil. Nutze für alle Szenen dasselbe Referenzset, dieselbe Stilbeschreibung und – falls dein Werkzeug das unterstützt – dieselbe Stilreferenz oder denselben Charakterwert. Prüfe danach Farbwerte und Modulgröße über alle Clips hinweg in einer gemeinsamen Timeline. Achte besonders auf die Übergänge: Der Stilbruch fällt fast immer an der Schnittkante auf, nicht in der Mitte einer Einstellung.
4. Batch-Durchläufe statt Einzelversuche
Arbeite in Serien. Generiere zehn bis zwanzig Varianten einer Szene in einem Durchlauf und bewerte sie nach einem festen Kriterienkatalog: Modulgröße passend zur Motivgröße, Lichtrichtung identisch, Silhouette klar, Farbpalette innerhalb der Vorgabe, keine weichen Verläufe. Ein schriftlicher Standard macht die Auswahl schneller und objektiver als spontanes Bauchgefühl – und er ist die Voraussetzung dafür, dass zwei Personen zum selben Ergebnis kommen.
Konsistenz über Szenen sichern
Konsistenz ist kein einzelner Arbeitsschritt, sondern eine Eigenschaft des gesamten Prozesses. Vier Maßnahmen tragen sie.
Erstens: ein einziger Stilanker. Alle Prompts enthalten denselben Wortlaut für Stilmerkmale. Keine Synonyme, keine Variationen. Das Modell reagiert empfindlich auf Formulierungsunterschiede.
Zweitens: eine feste Farbpalette. Definiere drei bis fünf Farben mit ungefähren Werten und weise ihnen Rollen zu: Hintergrund, Hauptfigur, Akzent, Schatten. So bleibt der Look über zwanzig Szenen erkennbar.
Drittens: eine einheitliche Lichtrichtung. Wenn in Szene drei das Licht von rechts und in Szene vier von links kommt, wirkt der Schnitt wie ein Fehler. Lege eine Hauptlichtrichtung pro Kapitel fest und wechsle sie nur an bewussten Übergängen.
Viertens: eine Prüfschleife. Ziehe alle Clips in eine Timeline, verkleinere die Vorschau stark und schaue dir die Sequenz in Echtzeit an. Auf kleinem Bild fallen Farb- und Helligkeitssprünge sofort auf, während sie in der Vollbildansicht untergehen.
Nachbearbeitung: Farbe, Schärfe, Flicker und Ton
Die Generierung liefert Rohmaterial, kein Endprodukt. In der Nachbearbeitung entscheidet sich, ob der Look professionell wirkt.
Farbkorrektur: Vereinheitliche zuerst die Grundfarben über alle Clips. Der Stein-Look verträgt kräftige, klar getrennte Farben. Pastelltöne verwischen die Modulgrenzen. Ein leichter Kontrast-Boost und eine Reduktion der Mitteltöne verstärken den plastischen Eindruck. Arbeite mit einer Referenzszene als Eichpunkt und gleiche alle anderen daran an.
Schärfe: Vorsicht mit Nachschärfen. Da der Look ohnehin aus harten Kanten besteht, erzeugt überschärfte Nachbearbeitung Halos an jeder Modulkante. Ein sehr niedriger Wert oder gar kein Schärfen ist meist die bessere Wahl. Wenn du Schärfe brauchst, dann lokal und sparsam.
Flicker: Flimmern zwischen Frames entsteht durch leicht wechselnde Modulpositionen. Gegenmittel sind kurze Clips, konsistente Referenzen, langsame Bewegungen und – falls verfügbar – eine leichte zeitliche Glättung. Vermeide hektische Kamerabewegungen; sie sind die häufigste Ursache für Flimmern.
Schnitt: Setze Schnitte auf klare Bewegungsenden. Ein Schwenk, der mitten in der Bewegung abgeschnitten wird, wirkt unruhig. Lass jede Einstellung kurz zur Ruhe kommen, bevor du schneidest.
Ton: Der Brick-Look profitiert von trockenen, kurzen Sounds – Klicks, Kunststoff-Klackern, tiefe synthetische Bässe. Musik mit klarem Puls zwischen 90 und 120 BPM lässt sich gut auf die kurzen Schnitte legen. Synce Schnittpunkte auf die Beats: Das ist der einfachste Weg, dem Material Energie zu geben, die der Stil allein nicht liefert. Denk auch an eine leise Raumebene, damit die Klicks nicht nackt wirken.
Tool-Auswahl: Entscheidungskriterien
Nicht jedes Werkzeug ist für Stil-Emulation gleich gut geeignet. Diese Kriterien helfen bei der Entscheidung.
Stilkonsistenz: Unterstützt das Werkzeug Referenzbilder, Stilreferenzen oder Charakterbibliotheken? Ohne solche Mechanismen wird der Look über mehrere Szenen instabil.
Bild-zu-Video-Qualität: Für Rasterlooks ist die Fähigkeit, ein Standbild präzise zu animieren, wichtiger als reine Text-zu-Video-Generierung. Prüfe, wie stark das Modell das Ausgangsbild verändert.
Steuerbarkeit der Bewegung: Gute Werkzeuge erlauben Richtungsangaben, Kamerapfade oder Bewegungsskalierung. Je feiner die Steuerung, desto weniger Ausschuss.
Auflösung und Export: Für Social-Media-Formate reicht hochskaliertes Material oft aus. Für Präsentationen oder Screens solltest du nativ hochauflösend exportieren können, mit sauberer Codec-Auswahl.
Iterationsgeschwindigkeit: Wie lange dauert ein Durchlauf? Wenn ein Testclip zehn Minuten braucht, ist experimentelles Arbeiten kaum möglich. Schnelle Durchläufe sind bei der Stil-Feinjustierung wichtiger als maximale Qualität im ersten Versuch.
Kostenmodell: Achte auf planbare Ausgaben pro Projekt und darauf, ob Testläufe günstiger sind als finale Exporte. Unklare Abrechnung ist ein größeres Risiko als ein etwas höherer, dafür berechenbarer Preis.
Eigene Pipeline: Wer volle Kontrolle will, kombiniert Bildgenerierung, ein Video-Modell und Nachbearbeitung selbst. Das kostet Einrichtungszeit, zahlt sich aber aus, wenn du denselben Look regelmäßig produzierst.
Typische Fehler und Gegenmaßnahmen
Zu feines Raster: Der Effekt ist dann nur ein Filter und nicht mehr lesbar. Gegenmittel: Modulgröße im Prompt explizit an die Bildgröße koppeln und im Zweifel gröber arbeiten.
Stilbruch zwischen Szenen: Meist eine Folge wechselnder Referenzen oder Negativlisten. Gegenmittel: Stil-Preset einmal definieren und unverändert wiederverwenden.
Halbrealismus: Das Modell mittelt Stil und Realismus. Gegenmittel: klare Negativbegriffe und Referenzbilder mit eindeutigem Kunststoffcharakter.
Unruhige Kompositionen: Hintergründe mit vielen Details zerfallen im Raster zu Matsch. Gegenmittel: einfache Hintergründe, klare Vordergrundfiguren, maximal ein Hauptmotiv pro Einstellung.
Zu lange Einstellungen: Das Auge verliert die Orientierung. Gegenmittel: kurze Schnitte und klare Bewegungsrichtungen.
Fehlender Ton: Ohne passende Klangkulisse wirkt der Look wie ein Effekttest. Gegenmittel: Sounddesign von Anfang an mitdenken.
Zu viele Szenen pro Minute: Wer zehn Einstellungen in fünfzehn Sekunden packt, zerstört die Lesbarkeit. Gegenmittel: lieber drei gut gebaute Szenen als sechs überladene.
Falsche Erwartung an Gesichter: Gesichter werden stark abstrahiert. Gegenmittel: Gesichter nur als Silhouette oder aus der Ferne einsetzen, wenn Wiedererkennung wichtig ist.
Anwendungsfälle, rechtliche Hinweise und FAQ
Drei Beispielprojekte
Social-Media-Teaser: Ein 15-Sekunden-Clip aus vier Einstellungen – Produkt, Figur, Logo-Auflösung, Slogan. Alle Szenen in derselben Farbfamilie, jede Einstellung drei Sekunden, Schnitt auf den Beat. Der Look erzeugt Aufmerksamkeit ohne Erklärtext.
Erklärvideo für ein Produkt: Der Vorteil ist die Abstraktion. Komplexe Abläufe lassen sich als modulare Bausteine zeigen, die sich zusammenfügen. Ideal, um Funktionsweisen zu erklären, ohne technisch detailgetreu zu werden. Nutze pro Kapitel eine neue Farbdominante, damit der Zuschauer den Fortschritt erkennt.
Musikvideo: Hier spielst du mit der Reduktion – Figuren aus wenigen Modulen, starke Farbwechsel pro Abschnitt, Bewegung als Rhythmusübersetzung. Variiere die Modulgröße abschnittsweise, damit das Bild nicht monoton wird.
Rechtliches und Marken
Der Begriff Lego ist eine geschützte Marke. Wenn du den Look beschreibst, sprich neutral von Klemmbaustein-Optik, Brick-Look oder Pixel-Stein-Effekt. Verwende keine fremden Logos, keine nachgebauten Markenfiguren und keine Designs, die eine Verbindung zu einem Hersteller nahelegen. Für kommerzielle Projekte lohnt zusätzlich ein Blick auf die Nutzungsbedingungen deines Generierungswerkzeugs und der eingesetzten Musik. Prüfe außerdem, ob die Plattform, auf der du veröffentlichst, Regeln zu KI-generierten Inhalten hat, und kennzeichne entsprechend.
Häufige Fragen
Brauche ich ein spezielles Modell für den Brick-Look? Nein. Der Look lässt sich mit den meisten aktuellen Bild- und Videomodellen erzeugen, sofern sie Referenzbilder oder Stilsteuerung unterstützen. Entscheidend sind Prompt-Disziplin und Referenzpflege.
Wie viele Durchläufe sind realistisch? Für einen 30-Sekunden-Clip rechne mit 30 bis 80 generierten Clips, aus denen du die besten auswählst. Ausschuss gehört zum Prozess und ist eingeplant.
Kann ich den Look auf bestehendes Filmmaterial anwenden? Ja, über Bild-zu-Bild- oder Video-zu-Video-Verfahren. Die Ergebnisse sind aber weniger stabil als bei generierten Standbildern, weil das Modell Originaldetails durch das Raster pressen muss.
Wie verhindere ich Flimmern zwischen Frames? Nutze kurze Clips, konsistente Referenzen und langsame Kamerabewegungen. Im Zweifel hilft eine leichte zeitliche Glättung in der Nachbearbeitung.
Eignet sich der Stil für Gesichter? Bedingt. Gesichter werden stark abstrahiert; für Markenauftritte ist der Stil daher besser als Rahmen denn als Porträtformat.
Wie lang sollte ein Clip maximal sein? Für Aufmerksamkeit im Feed 15 bis 30 Sekunden. Für erklärende Inhalte bis 60 Sekunden, dann mit klar getrennten Kapiteln.
Wie viele Farben sollte ich verwenden? Drei bis fünf pro Szene. Mehr Farben erzeugen Unruhe und lassen die Modulgrenzen verschwimmen.
Was ist der größte Anfängerfehler? Zu glauben, der Look entstehe im Video-Schritt. Er entsteht im Standbild und in der Referenzpflege. Wer dort sauber arbeitet, hat im Rest des Prozesses kaum Probleme.
Fazit
Der Pixel-Stein-Look ist ein hervorragendes Trainingsfeld für kontrollierte KI-Videoproduktion. Er zwingt dich, Referenzen zu pflegen, Prompts präzise zu formulieren, Konsistenz über Szenen zu prüfen und Ton und Schnitt genauso ernst zu nehmen wie die Generierung. Wer diesen Ablauf einmal sauber durchgearbeitet hat, kann jeden anderen Stil darauf aufsetzen – vom Aquarell-Look bis zur Retro-Konsolen-Ästhetik. Beginne mit einer einzigen Szene, definiere dein Stil-Preset, und erweitere erst dann auf ein ganzes Format.

